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Tennisdamen 1909 und 1929

Die Tennisabteilung überstand im Gegensatz zu manch
anderem Verein in Nürnberg den 1. Weltkrieg und erlebte
in den späten zwanziger Jahren eine derartige neue Blüte,
dass eine Aufnahmesperre verhängt wurde und sogar zwei zusätzliche Plätze vom benachbarten Tennis- und Eislaufklub angemietet werden mussten.

Als Nürnberg zunehmend in den Fokus der Nationalsozialisten
geriet und der Stadt der Stempel „Stadt der Reichsparteitage“ aufgedrückt wurde, fiel dem neuen Größenwahn, ganz am
Rande, auch bald die Idylle am Dutzendteich zum Opfer.

Wie einige Jahre später der alte Tiergarten, so musste auch
die Tennisabteilung der Gesellschaft Museum bereits im Jahr
1935 den Planungen für das Parteitagsgelände zwischen Luitpoldhain, Dutzendteich und Zeppelinwiese weichen. Wo mehr als 25 Jahre lang Freizeitsport und Geselligkeit die Szene beherrscht hatten, musste nun Platz geschaffen werden für ein Nürnberger Kolosseum, das in den See hineinwachsen sollte.

Es entwickelte sich ein lebhaftes gesellschaftliches Treiben. Maibowlen und Sommerfeste waren bald mindestens so wichtig wie das Schlagen von Bällen und das Austauschen von Höflichkeiten auf den drei Tennisplätzen.

Selbstverständlich wurde von den Damen im langen Kleid und mit Florentinerhut und den Herren in anfangs noch langer Hose gespielt.

Kurze Bälle oder gar „Netzroller“ waren verpönt und führten zu wortreichen Entschuldigungen.

Frivolitäten, wie Tennisröckchen bei den Damen oder gar kurze Hosen bei den Herren sollten in der Tennisabteilung der Gesellschaft Museum am Dutzendteich keinen Einzug mehr halten.